Hydraulischer Abgleich: das Fundament jeder guten Wärmepumpe
Veröffentlicht am 03.10.2026
Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Beim hydraulischen Abgleich wird der Wasserdurchfluss durch jeden Heizkörper einzeln justiert. Ergebnis: alle Räume werden gleich warm, obwohl der eine Radiator weiter von der Heizung entfernt ist als der andere. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht — in der Praxis läuft der Rücklauf-Durchfluss meist ungleichmäßig, was die Wärmepumpe zwingt, die Vorlauftemperatur höher zu drehen, damit auch der letzte Heizkörper genug abbekommt.
Warum es bei WP so wichtig ist
Eine Gasheizung verzeiht schlechten Abgleich — sie brennt einfach länger. Eine Wärmepumpe wird dagegen ineffizient, weil sie in einen ungünstigen Betriebspunkt gezwungen wird. Konkret: 10 K höhere Vorlauftemperatur senkt die JAZ um etwa 0,5. Bei 4.500 kWh Jahresverbrauch sind das 600 – 900 kWh Mehrverbrauch — 200 € pro Jahr weggeworfen.
Was passiert beim Abgleich
- Fachbetrieb erhebt: Heizlast pro Raum, Heizkörpergröße, Rohrleitungslängen
- Berechnung: welcher Durchfluss ist pro Radiator nötig
- Einstellung: an jedem Heizkörper wird die Voreinstellung des Thermostatventils angepasst
- Regelung: die Wärmepumpe wird mit der ermittelten Heizkurve programmiert
Kosten
Für ein Einfamilienhaus mit 8 – 12 Heizkörpern: 700 – 1.400 €. Falls Thermostatventile nicht voreinstellbar sind (alte Modelle vor ca. 1990), müssen sie getauscht werden: 30 – 60 € pro Ventil zusätzlich.
Pflicht seit 2022
Seit dem 1. Oktober 2022 ist der hydraulische Abgleich bei Neuinstallation einer Wärmepumpe oder Gas-Brennwerttherme gesetzlich vorgeschrieben. Ohne Abgleich-Nachweis gibt es weder BAFA-Zuschuss noch KfW-Kredit. Ihr Fachbetrieb sollte den Nachweis auf Verlangen liefern.