Sole-Wasser-Wärmepumpe: höchste Effizienz durch Erdwärme
Wer Platz für Erdbohrung oder Flächenkollektor hat, bekommt die effizienteste Wärmepumpen-Art überhaupt. Die Anschaffungskosten sind höher, die Betriebskosten dafür rund 30 % niedriger als bei Luft-Wasser.
Zwei Bauformen: Bohrung oder Flächenkollektor
Erdsonden-Bohrung
Vertikale Bohrungen 50 – 200 m tief. Jede Bohrung liefert etwa 4 – 6 kW Heizleistung. Ein 140-m²-Haus braucht meist zwei Bohrungen à 90 m. Vorteil: winziger Platzbedarf oberirdisch, ganzjährig stabile Bodentemperatur (8 – 12 °C). Nachteil: genehmigungspflichtig beim Wasserwirtschaftsamt. Bohrkosten: 60 – 100 € pro Meter.
Flächenkollektor
PE-Rohrschlangen 1,2 – 1,5 m tief unter dem Rasen. Kollektorfläche = etwa das Doppelte der Wohnfläche. Vorteil: keine Genehmigung, günstiger als Bohrung. Nachteil: braucht viel Grundstück, Rasen ist im Winter kühler. Kosten: 4.000 – 8.000 € reine Kollektorverlegung.
Effizienz im Detail
Weil die Quelle das Erdreich ist und dessen Temperatur ganzjährig stabil zwischen 5 und 12 °C liegt, arbeitet die Wärmepumpe deutlich gleichmäßiger als bei Luft. Typische JAZ:
- Sole-Wasser mit Bohrung, Neubau: JAZ 4,5 – 5,2
- Sole-Wasser mit Flächenkollektor, Neubau: JAZ 4,2 – 4,8
- Sole-Wasser Altbau saniert: JAZ 3,8 – 4,4
Kosten und Zuschuss
Komplette Anlage inklusive Bohrung: häufig 28.000 – 42.000 €. Der tatsächliche Eigenanteil hängt von Angebot, Grundstück, Genehmigungen und einer möglichen KfW-Heizungsförderung ab. Wirtschaftlichkeitsprognosen sollten mit realistischen Verbrauchs- und Strompreisdaten für das konkrete Gebäude berechnet werden.
Wann sich Sole-Wasser nicht rechnet
Bei sehr kleinen Grundstücken ohne Bohrgenehmigung, bei geplantem Umzug innerhalb der nächsten 10 Jahre oder bei sehr geringem Wärmebedarf (Passivhaus < 50 kWh/m²a) lohnt Luft-Wasser meist mehr.
Bis zu 5 Wärmepumpen-Angebote vergleichen
Kostenlos und unverbindlich · Fachbetriebe aus Ihrer Region · Förderoptionen individuell prüfen
Jetzt Angebote anfordern →